Das Ländle will Casinos erlauben
Vaduz. – Die Landesregierung des Fürstentums Liechtenstein hat gestern beschlossen, dem Parlament einen Antrag zur Schaffung eines Geldspielgesetzes zu unterbreiten. Ziel der Vorlage sei eine kontrollierte Liberalisierung von Geldspielen im Fürstentum, wie das Informationsamt heute mitteilte. Wenn alles nach Plan läuft, ist mit einer Entscheidung noch vor der Sommerpause des Parlaments zu rechnen.
Die Absicht in Liechtenstein eine «sanfte Marktöffnung» zu vollziehen, basiere wesentlich auf den in der Schweiz gemachten Erfahrungen der letzten Jahre. Dort seien neue Arbeitsplätze entstanden und zusätzliche Steuereinnahmen geflossen. Die einzelnen Standorte von Casinos hätten an touristischer Attraktivität gewonnen.
Sechs Casinos im benachbarten Ausland
Hintergrund der liechtensteinischen Glückspielambitionen sind laut Regierung die veränderte Einstellung der Gesellschaft zu Glücksspielen und die veränderte Situation im benachbarten Ausland.
Liechtensteiner können mittlerweile innerhalb von einer halben Stunde sage und schreibe sechs Casinos erreichen – in Bad Ragaz (St. Gallen), St.Gallen, Pfäffikon (Schwyz), im österreichischen Bregenz und in den deutschen Lindau und Konstanz. Konkurrenz dürfte vor allem dem nächstgelegenen Casino in Bad Ragaz erwachsen.
Sozialkonzept als Grundlage
Die Gesetzesvorlage sieht strenge Regulierungsvorschriften vor, um sozial schädlichen Entwicklungen vorzubeugen und um der Geldwäscherei und anderen Formen der Kriminalität keine Grundlage zu bieten. Von Casino-Betreibern wird ein Sozialkonzept verlangt, um die Gefahr von Spielsucht zu verringern.
Neben Casinos will die Regierung auch den Betrieb von Glücksspielen im Internet erlauben. Weiter regelt die Gesetzesvorlage auch den Lotteriebereich und Tombolas an Anlässen. (sda)









